
Vor ein paar Wochen lag es bereits in der Luft. Manche Shops sortierten plötzlich alles nach Kleider, Oberteilen, Hosen und Röcken, in anderen kamen auffällig wenig neue Sachen in die Regale. Der Schlussverkauf stand also wieder mal vor der Tür.
Und wie jedes Jahr habe ich mir vorgenommen nichts zu kaufen. Besser, ich wollte einen großen Bogen um sämtliche Geschäfte mache. Denn ich werde zum einen doch immer nur von den großen -70% Schildern verführt, nur um später fest zu stellen, dass ich das Teil gar nicht brauche oder es mir nicht wirklich steht. Vor ein paar Jahren ist es mir dann sogar mal passiert, dass ich versehentlich vor lauter Schnäppchen-Euphorie sogar ein Damen-Shirt gekauft habe.
Weiters hatte mein Plan den Vorteil, dass ich es zwar schon öfters geschafft hatte den Prozenten zu widerstehen, ich aber sofort den Sommer-Kollektionen verfallen bin. Also, war mein Motto in den letzten Wochen "Zu Hause bleiben und später froh drüber sein!".
Als ich letzte Woche dann ein paar Tage frei hatte, kam ich auf eine mir bisher beinahe fremde Idee: Ich misste meinen Schrank aus! Und zwar richtig!
Ich hatte es schon einmal probiert, doch fand ich da noch für jedes Teil, sei es auch noch so hässlich, eine Ausrede es doch zu behalten. Diesmal wollte ich gnadenlos sein! Also hieß es Kasten auf und raus mit modischen Altlasten!
Die ersten Teile zum Aussortieren waren schnell gefunden. Manche waren schon so abgetragen, ausgeblichen oder sogar mit Löchern überseht, dass selbst mir kein Argument mehr für's Behalten einfiel. Diese Sachen wanderten sofort in einen großen Sack mit dem Reiseziel Müll.
Als ich am Ende des Tages an meinem Ziel angekommen war, war ich nicht nur erschöpft, sondern auch noch um ein Viertel meines Kleiderschranks leichter! Irgendwie ein befreiendes Gefühl! Ich hatte ein paar Stunden lang wirklich jedes Stück Kleidung das ich besaß anprobiert und bewertet. Schnell wuchs ein Berg aus zu großen Sakkos, zu engen T-Shirts, ausgeleierten Pullis, abgewetzten Jeans und genügend Teile die aus modischer Sicht nicht mehr vertretbar waren.
Also wanderten am nächsten Tag drei große Säcke in den Altkleider-Container. Das einzige Problem das mir jetzt noch bleibt: Die Versuchung diese so schnell wie möglich wieder zu füllen!
PS: Der begehbare Schrank oben ist leider nicht meiner. Wer erkennt ihn wieder?